Fackel
Feuerspucken
Fackel

Feuerspucken

Feuerspucken macht noch keine Feuershow aus, für viele Feuerkünstler ist es auch nur der "Hingucker". Die Faszination einer Feuershow liegt vielmehr im ständigen Spiel mit dem Feuer mit all seinen Variationen.
Unterschätzt werden beim Feuerspucken sehr oft die Gefahren die nicht vom Feuer ausgehen sondern von den Materialien, die dafür verwendet werden.

Wer Feuerspucken lernen will sollte sich z.B. mit Büchern in die Materie einlesen und die ersten Gehversuche zusammen mit einem erfahrenen Feuerspucker machen. Ich möchte hier auf die Gefahren eingehen die jeder kennen sollte bevor er sich auf das Feuerspucken einlässt und denen, die Feuerspucker sind, ein paar Denkanstöße geben.

Feuerspucken mit Fluids:

Die meisten Feuerkünstler verwenden sogenannte "Fluids", auch "Pyrofluids" genannt, zum Feuerspucken. Es gibt sehr viel verschiedene Sorten, aber eines haben sie gemeinsam: Es sind isoparaffinische Kohlenwasserstoffe, sowas wie Petroleum oder Grillanzünder, nur etwas reiner, angeblich nicht so krebserregend und mit weniger Oberflächenspannung. Außerdem sind einige mit Aromastoffen versehen und schmecken dadurch trügerisch harmlos. Die fehlende Oberflächenspannung bewirkt ein gutes Zerstäuben beim Spucken und auch mit wenig Übung können so große Feuerbälle gespuckt werden.
Die große Gefahr dabei ist:
Durch falsche Atmung sind sie sehr schnell in der Lunge! Das führt zu schweren Lungenentzündungen, auch Todesfälle hat es schon gegeben. Nach einem solchen Unfall ist auf jeden Fall ein Teil des Lungenvolumens dauerhaft geschädigt. Die Lunge kann diese Stoffe nicht abbauen und kapselt sie ein.

Was nach einem Unfall mit Fluid zu tun ist steht hier

Feuerspucken mit Pulver:

Aus oben beschriebenen, nicht von der Hand zu weisenden gesundheitlichen Gründen wird Pulver, meist sind es "Bärlappsporen" immer beliebter. Bärlappsporen (Lycopodium), haben den Vorteil gegenüber anderen pulvrigen Stoffen wie Mehl oder Kakao, dass die einzelnen Sporen mikroskopisch betrachtet rund sind. Dadurch haben die Sporen ein Fließverhalten fast wie Wasser, können in den Mund "geschüttet" werden und zerstäuben gut beim Spucken. Um gute, ansehnliche Ergebnisse zu erzielen bedarf es damit wesentlich mehr Übung als das Spucken mit Fluid. Auch die "Pampe" im Mund bedarf einiger Gewöhnung.
Die Gefahr beim Feuerspucken mit Lycopodium ist die sogenannte "Staublunge", im Internet wird viel darüber geschrieben. Außerdem sind es Sporen ... und ... erinnert uns das nicht an die vielen Schnupfennasen und roten Augen von Frühjahr bis Herbst? Wer darauf allergisch reagiert hat ein echtes Problem bei einer so konzentrierten Dosis, direkt körperlich verabreicht. Stichwort: allergischer Schock.

Feuerspucken mit Alkoholikas:

Strohrum, Spiritus und andere Alkoholikas sind vor allem bei Barkeepern für einen kurzen Showact sehr beliebt ... solange es gut geht ;-) Wir haben doch schon als Kinder gelernt, dass wir keinen Spiritus oder Alkohol ins Feuer oder auf die Grillkohle schütten sollen, oder nicht? Das Feuer schlägt zurück und wir sehen danach nicht mehr so lustig aus wie vorher.
Im Buch "Memoirs of a Sword Swallower" ist sehr schön beschrieben wie es einem Zirkusartisten ergangen ist der mit Benzin Feuer gespuckt hat. Soviel sei vorweg verraten, er lebt nicht mehr.
... unter vorgehaltener Hand, ich kann mir jetzt keinen erfahrenen Feuerspucker vorstellen der es nicht selbst schon mal mit irgendwelchen Alkoholikas probiert hat. Mit guter Spucktechnik geht es gut ab (aber nur damit!), richtig blöde wird es beim Feuerschlucken wenn die Fackel im Mund erstickt wird. Ein brennendes Kinn ist zwar sehr publikumswirksam, wäre es nicht so schmerzhaft ;-) . Ebenfalls für das Publikum nett anzusehen ist wenn die Kleidung etwas abbekommen hat, Feuer fängt und du dich als lebende Fackel auf der Bühne hin- und herwälzt. Helfen wird dir da keiner denn jeder denkt, das gehört zur Show.

 

Gewarnt sei an dieser Stelle auch vor Biodiesel von der Tankstelle. Die Kraftstoffe sind mit Zusätzen versehen die gar nicht gesund sind obwohl "Bio" draufsteht, vor allem wenn es auf den Winter zugeht.

 

Für Erfahrungsaustausch oder Fragen hab ich immer ein offenes Ohr!

Mail: dieter@feuerspucken.de